Das Baujahr der Maschine ist 1970. Im Laufe der Zeit wurde eine zusätzliche Steuerung installiert, die Pneumatikventile getauscht und das Nockenschaltwerk erneuert. Da nichts mehr richtig funktionierte wurde die Maschine zuletzt so betrieben, dass die Ventile für Bremse, Zusatzbremse und Kupplung direkt angsteuert wurden.

Maschine vor der Umrüstung

Maschine vor der Umrüstung

 

Betrieb mit zwei Fußpedalen und direkter Ventilansteuerung

Betrieb mit zwei Fußpedalen und direkter Ventilansteuerung

 

Abgesehen davon, dass es unter Sicherheitsaspekten unzulässig ist, hat das Ganze auch den Nachteil, dass die Maschine irgendwo und nicht im oberen Totpunkt anhält.

Der Betreiber wollte erst eine Reparatur, die aber unmöglich war, dadurch, dass auch eine reparierte Steuerung nicht sicher gewesen wäre und die Komponenten in einem Zusatnd waren, der eher nicht reparabel war.

Die Umrüstung sollte möglichst kostengünstig erfolgen.

  • Der Schaltschrank wurde erneuert (Sicherheitsteuerung, PLe, sichere Auswertung des Nockenschaltwerkes, sichere Ventilansteuerung, nur zwei Betriebsarten)
  • Das Zweihandpult wurde vom Betreiber umgebaut und mit neuen Bedienelementen versehen
  • Die Stößelabdeckung vorn wird überwacht.
Maschine nach dem Umbau

Maschine nach dem Umbau

 

Fast leerer Schaltschrank

Fast leerer Schaltschrank

 

Insgesamt eine einfache und relativ kostengünstige Lösung, die den Erfordernissen des Betreibers und den geltenden Sicherheitsbestimmungen entspricht.  Die Umbauzeit betrug 4 Tage.

 

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Die Presse wurde vom Betreiber 1992 umgerüstet. Wie auf dem Bild zu sehen, waren lediglich vier Schütze erforderlich, um die Maschine zu steuern. Später wurde auf Grund eines Unfalls eine Schutzhaube installiert, die wirksam einen Eingriff in die Gefahrenzone verhindert. Das bietet allerdings nur eine vermeintliche Sicherheit und genügt -wie die Steuerung auch- nicht den Sicherheitsbestimmungen für hydraulische Pressen. Da die Presse nur gelegentlich benutzt wird, war dem Betreiber daran gelegen, die Kosten für die notwendigen Änderungen gering zu halten. Das Sicherheitskonzept blieb erhalten: Solange dieSchutzhaube offen ist, muss bei höchstem Performancelevel gewährleistet sein, dass die Maschine nicht anfährt. Die geschlossene Position der Schutzhaube wird redundant überwacht.

Den Kern der Steuerung bildet ein PNOZmulti, die Überwachung der Schutzhabe erfolgt durch zweikanalige und manipulationssichere Sicherheitsschalter. Die gesamte Umrüstung dauerte inklusive Inbetriebnahme lediglich zwei Tage. Der Schaltplan wurde in Eplan neu erstellt. Der Preis entspricht dem einer Installation einer Fingerschutzmaßnahme. Ein weiterer Vorteil sind geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und verbesserte Netzbelastung. Ich habe einen Sanftstarter installiert. Der Pumpenmotor lief bei 22A Nennleistung direkt an, was im öffentlichen Netz unzulässig ist.

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